
Die Auferstehungskirche in Heide
Als in Heide wie in vielen anderen Städten in den 50er und 60er Jahren das Stadtgebiet durch Neubaugebiete und Ansiedlungen stark angewachsen war, entschloss sich die Heider Kirchengemeinde für ihren Pfarrbezirk Heide-Süd eine Kirche zu bauen. Als Bauplatz bot sich die freie Fläche an der Ecke Heimweg / Timm-Kröger-Straße zwischen dem damaligen Lehrlingswohnheim und dem Propstei- Alten- und Pflegeheim an. Dort entstand 1965 in nur halbjähriger Bauzeit eine kleine Kirche nach dem Entwurf des Meldorfer Architekten und Bau-Ingenieurs Otto Andersen. Grundsteinlegung war zu Ostern, und schon im September konnte Bischof Dr. Hübner das neue Gotteshaus in einem Festgottesdienst weihen. Es erhielt den Namen Auferstehungskirche. Die Kirche mit ihrer Zeltform ist ein Sinnbild für die Gemeinde als wanderndes Volk Gottes. Mit ihrer aufstrebenden Dreiecksform und dem aufgesetzten, offenen Glockenturm weist sie den Betrachter auf den Himmel, in den der auferstandene Christus zu Gott, seinem Vater, aufgefahren ist.
Der Blick des Besuchers, der die Kirche betritt, wird durch den freien Mittelgang gleich auf die Altarfigur gezogen, die den gekreuzigten und auferstandenen Christus darstellt. Sie krönt den festgemauerten, erhöht stehenden Altartisch, über dem sie zu schweben scheint. Auf dem Altar, neben und unterhalb der Christusfigur stehen vier große eiserne Kerzenhalter, die als lange Nägel gestaltet sind. Der Christus wurde von dem Lübecker Künstler Rolf Goerler aus dunkler Mooreiche geschnitzt. Rechts vom Altar hat die Kanzel ihren Platz, festgefügt aus Beton. Vor dem Altarpodest steht zu ebener Erde die ebenfalls gemauerte Taufe. Durch die farbig verglasten Fensternischen zu beiden Seiten des Altarraumes fällt das Tageslicht. Je nach Sonnenstand entstehen reizvolle Lichtspiele auf dem Fußboden und den drei vorgenannten Hauptstücken.
Die Rautenform, die das Grundmuster des gesamten Kirchenbaus bestimmt, zeigt sich auch in den beiden großen Fensterwänden, die die hinteren Wandecken großzügig dem Tageslicht öffnen mit ebenfalls farbiger Verglasung.
Über dem hinteren Teil des Kirchenschiffs erhebt sich über dem Eingangsbereich die Orgel- und Chorempore. Dort hat die Orgel ihren Platz. Sie ist gebaut worden von der Orgelbaufirma Neuthor aus Kiel. Sie hat 14 Register und 2 Manuale.
Im offenen Glockenturm über dem Eingangsbauwerk hängt die einzige Glocke, die die Gläubigen zu Gebet und Gottesdienst ruft. Sie ist gestimmt auf den Grundton h’ und trägt die Aufschrift: Fürchte dich nicht. Ich bin der Erste und der Letzte.
Text mit freundlicher Genehmigung aus dem Buch von Jochen Bufe “Kirchen in Dithmarschen – Eine Topografie”
| Blick zum Altar | |
| Christusfigur | Taufstein |
| Vorraum | Christusfigur aus der Nähe |